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ANDREA WEBER UND LEI SAITO - SKIZZEN UND INSTALLATIONEN
Ausstellungsdauer: 18.06. – 30.07.2010

Lei Saito

Lei Saito

Andrea Weber

Andrea Weber
„Wir, Lei Saito und Andrea Weber haben uns 2004 als Studentinnen an der École Nationale Supérieure de Paris im Atelier von Annette Messager kennengelernt. In dieser Zeit haben wir uns immer wieder rege über unsere Arbeiten ausgetauscht, und sind auf diesem Weg sehr mit der künstlerichen Sicht und der Herangehensweise der anderen vertraut. Bisher wir haben mehrere musikalisch-kulinarische Perfomances sowie verschiedene Zusammenarbeiten in Form von Ausstellungen oder Kochaktionen gemacht. Interessanterweise ist die Sprache, in der wir kommunizieren weder Deutsch noch Japanisch, sondern Französisch. Wir waren so gesehen beide im “Ausland” und haben hier unsere künstlerische Arbeit entwickelt. Wir möchten auf diesem Weg unsere Arbeit, die ihren Beginn in Paris hat, an Orten in unserer jeweiligen Heimat weiterführen, um so die Kunst und Kultur des Landes der Anderen kennenzulernen. Die Dialogausstellung ist die erste Ausstellung, die wir in dieser Form gemeinsam entwickeln.“
Andrea Weber und Lei Saito
Lei Saito über ihre Arbeiten
Unsere Wahrnehmung beschränkt sich nicht auf das Erkennen blanker Tatsachen. Vielmehr nehmen wir Dinge wahr, die aus mehreren Kommunikationsschichten geformt sind und diese Tatsachen umgeben.
In meiner Arbeit greife ich diesen Gedanken auf und bilde Schichten, indem ich hier und dort ertragreiche Geschichten verstecke. Ihre Struktur gleicht einem Millefeuille, einem „Tausendblätterkuchen“. Für das Auge unsichtbar sind die Geschichten in der Tiefe verborgen und warten gleichsam wie ein Fossil darauf, ausgegraben zu werden. Der Akt des Ausgrabens ist im täglichen Leben mit dem Schaffensprozess verbunden.
Die Titel funktionieren wie ein Grundriss, ich schaffe Installationen und Zeichnungen.
Vergleichbar mit der Kirsche auf einem Gebäckstück sind diese Werke wie Tupfer, die von irgendwoher gesetzt werden, sie führen eine Existenz wie eine Überraschung oder ein Geschenk.
Bei der Dialogausstellung im Japanischen Kulturinstitut zeige ich neue Installationsarbeiten, bei denen ich verschiedene Medien und neue Utensilien zusammenfüge.
Andrea Weber über ihre Arbeiten
The Factory for Mental Development
Im Dezember 2007 habe ich aus Mangel eines Ateliers die Factory for Mental Space Development gegründet, um darin meine Ideen zu sammeln und in einem imaginären Raum arbeiten zu können.
Auf Englisch kann das Wort mental mehrere Bedeutungen haben, vor allem in Verbindung mit einem Nomen. Das ist es, was mich besonders an diesem Wort interessiert: es kann mehrere Bedeutungen haben, positive und negative. Das Wort verändert sich, je nachdem was für ein Nomen darauf folgt. Es gibt den Ausdruck to go mental, der wörtlich verrückt werden bedeutet. In diesem Projekt bedeutet er aber für mich mental werden, das heißt ein mentaler Raum werden. Ein imaginärer Raum, der aus Mangel an realem Raum entsteht und nur in der Vorstellung existiert.
Dadurch lasse ich unwahrscheinliche und absurde Räume in Form von Skizzen entstehen, die jedoch im Geist und der Seele existieren können und die Abwesenheit eines physischen Raumes wettmachen. Diese Räume sind inspiriert durch Träume, schlaflose Nächte im Dunkel eines Zimmers und Albträume. Dabei entsteht eine Form von Überschneidung des Inneren mit dem Äußeren und eine Verschiebung der Ebenen und der Sinne, die den Betrachter verunsichert, so dass er dazu aufgefordert ist, seine eigene Wahrnehmung zu hinterfragen.
Auf diesem Weg habe ich eine durch äußere Umstände eingeschränkte Situation umgewandelt und dies hat mir neue Wege innerhalb meiner Arbeit eröffnet. Die Form des Buches hat mir geholfen, mich auf jeweils eine Seite zu konzentrieren und darüber hinaus habe ich den Mangel an Platz vergessen. Die Handlung, eine Seite umzudrehen und auf der folgenden eine neue Zeichnung zu beginnen, öffnet ‘neuen Raum’.
KUMAMOTO ARTPOLIS – ARCHITEKTUR DURCH KOMMUNIKATION
24. September bis 26. November 2010

Reihoku Bürgerhalle

Technische Oberschule Kuma

Mamihara-Brücke

Kôda Akebono Kinderhort, Mikan

Saishunkan Wohnhaus für Frauen
Eröffnung: 24. September 2010, 19 Uhr, mit einem Vortrag der Architektin Dr. Florentine Sack AADipl zum Thema "Offenes Haus"
Auf der im Süden Japans gelegenen Insel Kyûshû wurde im Jahr 1988 ein bis dahin einzigartiges Architekturprojekt ins Leben gerufen. Beeindruckt von einem Besuch auf der Internationalen Bauausstellung (IBA) 1987 in Berlin hat der Gouverneur der Präfektur Kumamoto, Hosokawa Morihiro, gemeinsam mit dem renommierten Architekten Isozaki Arata nach Möglichkeiten gesucht, in Kumamoto ein ähnliches Projekt auf die Beine zu stellen. Die Idee zu Kumamoto Artpolis war geboren.
Das oberste Ziel der Initiatoren bestand darin, die architektonische Landschaft der Präfektur Kumamoto zu verbessern und einen Beitrag für die fortschrittliche Entwicklung der Region zu leisten. Gestützt durch das Vertrauensverhältnis von Hosokawa und Isozaki wurde ein für Japan ungewöhnliches Arbeitssystem entwickelt. Die Verantwortung und Leitung der Projekte wurde in die Hände von einzelnen herausragenden Architekten gelegt, die bestens mit der zeitgenössischen Architekturszene vertraut waren. Diese Commissioner empfahlen ihrerseits andere Architekten, die mit dem Bau von zumeist öffentlichen Gebäuden in der Präfektur beauftragt wurden.
Zwischen 1988 und 2008 entstanden auf diese Weise mehr als 70 Projekte, darunter nicht nur kulturelle Einrichtungen wie Kunstmuseen und Bibliotheken, sondern auch Wohnhäuser, Schulen, öffentliche Toiletten und Brücken. Die gesamte Präfektur Kumamoto entwickelte sich so zu einem wachsenden Museum für zeitgenössische Architektur und hat seither nicht nur immer mehr Besucher aus dem Inland, sondern auch aus dem Ausland angezogen.
Einen ersten Höhepunkt des Projektes markierte das Jahr 1992, in dem die erste Internationale Architekturausstellung in Kumamoto stattfand. In den darauf folgenden Jahren nahm das Interesse an Kumamoto Artpolis weiter zu und das Architectural Institute of Japan (AIJ) bedachte nahezu jährlich die aktuell realisierten Vorhaben mit Auszeichnungen. Zahlreiche junge talentierte Architekten, die mittlerweile auch international bekannt sind, wurden im Zusammenhang mit Kumamoto Artpolis entdeckt und gefördert.
Die Knappheit finanzieller Mittel hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass sowohl die Anzahl als auch der Umfang der durchgeführten Projekte reduziert wurde. Eine weitere Richtungsänderung besteht darin, dass in der Zukunft auch die Bevölkerung stärker einbezogen werden soll, da die Projekte bislang vorwiegend in Fachkreisen Beachtung und Zuspruch erfuhren. So sollen beispielsweise Entscheidungen zum Bau von öffentlichen Gebäuden nicht allein von der Kommunalverwaltung gefällt werden, sondern im Vorfeld auf Workshops gemeinsam mit der Präfekturbewohnern erörtert werden. Auch sollen bei der Auswahl der Architekten mehr junge Talente Berücksichtigung finden, die aus Kumamoto stammen. Schließlich besteht ein weiteres Ziel darin, Projekte zu realisieren, bei denen Bauholz aus der Region Verwendung findet, um die heimische Forstindustrie zu stärken. So wurde im Jahr 2006 mit großem Erfolg ein Wettbewerb für die Gestaltung eines Hölzernen Bungalows der nächsten Generation ausgeschrieben.
Maßgeblichen Anteil an dieser Neuorientierung hat der Architekt Itô Tôyô (*1941), der nach Arata Isozaki und Takahashi Teiichi seit 2005 als dritter Commissioner von Kumamoto Artpolis tätig ist. Unter dem Leitsatz Creating while learning, developing while creating zeigt er herausragende Initiative, Kumamoto selbst zu einer Region zu machen, in der Ideen für innovative Architektur-Experimente entwickelt werden.
Die Wanderausstellung wurde von der Japan Foundation, Tôkyô, kuratiert und organisiert. Begleitend ist ein reich illustrierter Katalog mit Beiträgen von Architektur-Experten erschienen.
Die Ausstellung wird auch an den folgenden beiden Orten gezeigt:
5.8. - 2.9.2010
Architektenkammer Niedersachsen / Japanisches Generalkonsulat Hamburg Laveshaus
Friedrichswall 5
30159 Hannover
T. 0511 - 280 96 0
www.aknds.de
26.1. - 4.3.2011
Forum Gestaltung e.V. / Botschaft von Japan / Land Sachsen-Anhalt
Brandenburger Straße 10
39104 Magdeburg
Tel. 0391 - 8 86 41 97
www.forum-gestaltung.de
