GRUSSWORT PROF. TEZUKA
Köln, 14. Juni 2011
Sehr geehrte Freunde des Instituts,
Ich danke Ihnen herzlich, dass Sie alle seit langem unserem Institut ihre Unterstuetzung gewähren.
Ich habe kürzlich am 15. April die Stelle des Direktors des Japanischen Kulturinstituts (The Japan Foundation) angetreten und bitte um Ihr Wohlwollen.
Nun, Japan ist von einer beispiellosen Katastrophe (dem großen Erdbeben in Ostjapan) heimgesucht worden und es sind viele Menschenleben zu beklagen. Nimmt man noch den anschließenden Atomunfall von Fukushima Dai’ichi hinzu, dann besteht im Katastrophengebiet eine schwierige Lage. Aber durch die Unterstützung, die natürlich aus ganz Japan, aber auch aus aller Welt geleistet wird, wird sich das Land rasch wieder erholen. Ich denke, dass dies ein Ergebnis dessen ist, dass Japan nach dem Zweiten Weltkrieg den Weg gewählt hat, als friedliebende Nation mit den Ländern der Welt und allen Bürgern zusammenzuleben.
Andererseits begehen wir 2011 das Jubiläum „150 Jahre Freundschaft Deutschland-Japan“, und angesichts der Tatsache, dass Sie sich alle große Mühe gegeben haben, konkrete Projekte und Veranstaltungen durchzuführen, möchte ich Ihnen meinen besonderen Dank aussprechen.
Das Japanisches Kulturinstitut hat kürzlich das Jubiläum seiner Gründung vor 40 Jahren gefeiert und man hat erwartet, dass es sich weiter entwickelt, doch ist klar geworden, dass eine Entwicklung in die Richtung der bisherigen Art schwierig ist.
Infolge der jüngsten großen Erdbebenkatastrophe in Ostjapan werden Kürzungen bei den staatlichen Budgets, Einschnitte bei den Bezügen der Staatsbeamten usw. durchgeführt. Zudem gibt es die Aufgabe, auch die Kluft bei der Betrachtung Japans und Asiens zwischen der alternden Gesellschaft und der kommenden Generation in Japan und Deutschland zu überbrücken.
Wenn man die zukünftige Entwicklung des Instituts bedenkt, kann man auf folgende Punkte hinweisen.
Erstens, wenn man es aus der Perspektive der japanischen Kultur zu betrachten versucht, so wird die japanische Kultur von den traditionellen auf neue Bereiche erweitert und es wird den Fokus auf „Licht und Schatten“ legen, die zusammen mit der Globalisierung hervorgerufen wurden, und unser Institut wird sich als Ort der wissenschaftlichen Deutung und Diskussion platzieren. Wichtig ist dabei, dass das Institut seine Funktion als ein Ort optimiert, der nicht allein als deutsch-japanisches, sondern zusätzlich als asiatisch-europäisches Zentrum Informationen zusammenträgt und diese vermittelt, und dadurch auf breiter Basis viele Menschen versammelt.
Konkret möchte ich mit Ihnen allen zusammen den „Kreis“ des Kulturaustauschs vergrößern, indem unser Institut als Veranstalter oder Unterstützer Symposien und Workshops über gemeinsame Themen in Japan und Deutschland, Asien und Europa organisiert.
Zweitens, in die Kultur werden selbstverständlich auch Manga, das eine Gemeinsamkeit bei den Jungendlichen darstellt, Gegenwartsmusik und klassische (europäische) Musik, die Japaner wie Asiaten und Europaer gemeinsam spielen und genießen können, einbezogen. Und dann sollten wir auch mit besonderem Blick auf die junge Generation den Sport mit einbeziehen, etwa den Fussball, angefangen von der deutschen Bundesliga. Ich halte diesen gemeinsamen Kulturbesitz ebenfalls für eine wichtige Aufgabe unseres Instituts.
Drittens, werden wir Ihnen unser Programm, das viele von Ihnen möglicherweise bislang nicht erhalten konnten, über Internet, Mail und Brief zuleiten und hoffen, dass Sie in noch größerer Zahl an unseren Veranstaltungen teilnehmen.
Dies sind zu Beginn meiner Amtszeit meine Vorsätze und Ansichten, die ich Ihnen an dieser Stelle mitteilen wollte.
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Kazuaki Tezuka
Direktor des Japanischen Kulturinstituts Köln
Profil
Kazuaki TEZUKA
1. Herkunft und Geburtstag
Wurde am 12. September 1941 in Matsumoto (Präfektur Nagano) geboren
2. Studium
April 1961: Eintritt ins Junior College der University of Tokyo
März 1966: Studienabschluss in der Juristischen Abteilung der University of Tokyo (Nr. 1: Privatrechtskurs)
3. Berufliche Laufbahn
Oktober 1966 – September 1970: wissenschaftlicher Assistent an der University of Tokyo
Ab Oktober 1970: Dozent an der Universität Chiba, dann Assistenzprofessor, ab April 1984 Professor. In dieser Zeit von Oktober 1984 – September 1986 Gastprofessor an der Universität zu Köln. Von April bis Oktober 1996 Gastmitglied und Forschungsmitglied am Max-Planck-Institut für Ausländisches und Internationales Sozialrecht.
April 1999 – April 2001: Dekan der Juristischen Fakultät der Universität Chiba
April 2004 – März 2007: Professor an der Abteilung für Justizwesen im Graduierten- Kurs (Law School) der Universität Chiba
April 2007- März 2011: Professor an der Aoyama Gakuin Universität
4. Mitwirkung in beratenden Kommissionen, Ausschüssen usw. (Auswahl)
Aussenministerium: Mitglied im Ausschuss zur Untersuchung der Ausländerproblematik (1990-1992)
Justizministerium: Mitglied der vertraulichen Konferenz zur Verwaltungpolitik bei der Ein- und Ausreise (1992-1998)
Wirtschaftsministerium: Mitglied der vertraulichen Konferenz über Industriearbeit (1991-1993)
Ministerium für Soziales: Mitglied im Ausschuss zur Untersuchung der ärztlichen Behandlung von Ausländern (1994-1995)
Mitglied der beratenden Kommision zur Arbeit der Präfektur Kanagawa (Vorsitzender: 1996-2000)
Mitglied im Ausschuss für Arbeit in der Chiba-Region (Stellv. Vorsitzender: 2000-2002)
Mitglied in der beratenden Kommission zum Austausch mit dem Ausland für das Aussenministerium (Stellv. Vorsitzender 2002-2004)
Mitglied der beratenden Kommission zur Wohlfahrt der Stadt Tokyo (2003-heute)
5. Hauptsächliche Arbeiten
- „Der ausländische Arbeitnehmer“, Nihon Keizai Shimbun-sha 1989
- „Das Zeitalter der Wanderung der Arbeitskräfte“, Chûkô-shinsho 1990
- „Der ausländische Arbeitnehmer – Fortsetzungsband“, Nihon Keizai Shimbun-sha 1991
- „Das Ausländerrecht“, Yûhikaku 1995
- „Auf dem Weg zur alternden Gesellschaft“, Shinzansha 1998
- „Bis wohin kann man staatliche Wohlfahrt erwarten?“, Chûô kôron-sha 1999
- „Die Japaner und Deutschen als Faulpelze – Nationale Eigenarten, die Stillstand hervorrufen“, Chûkô Shinsho 2004
- „Studien zum ausländischen Arbeitnehmer“, Shinzansha 2004
6. Hauptsächliche Verdienste
(1) Hat als einer der ersten die Forschung zur alternden Gesellschaft mit immer weniger Kindern in Japan und Deutschland in gemeinsamen Studien mit dem Max-Planck-Institut für Ausländisches und Internationales Sozialrecht erklärt und wurde im Ergebnis zum Wegbereiter der Einführung einer Pflegeversicherung in Japan. Hat auch Vorschläge zu einer Gesellschaft gemacht, die wie die japanische mit immer weniger Kindern altert und eine Abnahme der Bevölkerung zu verzeichnen hat.
(2) Hat als Zentrum der Politik der Aufnahme ausländischer Arbeitnehmer nach Japan seit der zweiten Hälfte der 1980er Jahre die angemessene Aufnahme befürwortet und vorangetrieben.
Insbesondere befürwortete er im Rahmen der Globalisierung von EPA, FTA etc. Die Aufnahme von „Krankenpflegern“ und „Pflegefachkräften“ und die Einführung eines Systems des technischen Praktikums.
(3) Befasste sich mit der Analyse, Erläuterung, vergleichenden Forschung etc. in Japan zu Fragen des Arbeitsrechts und des Verhältnisses zwischen Arbeit und Kapital.
7. Anlässlich des Jubiläumsjahres „150 Jahre Freundschaft Deutschland-Japan“ werden repräsentativ für die japanische Seite einige Projekte (Symposien) durchgeführt, und so wurde er als dabei involvierte Person ab dem 1. April 2011 zum Direktor des Japanischen Kulturinstituts Köln (The Japan Foundation) ernannt. Bezüglich der japanisch-deutschen Beziehungen möchte er in Verbindung mit der Botschaft von Japan und den Japanischen Generalkonsulaten die Partnerschaft zwischen Japan und Deutschland vorantreiben, Unterstützung für den industriellen Austausch geben, Kultur von der herkömmlichen Form auf einem breiten Fundament unter Einschluss moderner Spitzentechnologie bedenken und den Austausch fördern. Insbesondere soll der Austausch zwischen den Universitäten und zwischen den Kommunen auf regionaler Ebene zwischen Japan und Deutschland gefördert werden.
SPENDENKONTO FÜR DIE OPFER DES STARKEN ERDBEBENS UND DESSEN FOLGEN IN JAPAN
Angesichts der schrecklichen Katastrophe in Japan sammelt das Japanische Kulturinstitut in Köln Spenden für die Betroffenen in den Katastrophengebieten. Ihre Spende können Sie bar oder per Scheck in dem Japanischen Kulturinstitut aushändigen. Unsere Öffnungszeiten sind: täglich von 9.00 Uhr - 13.00 Uhr und von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr.
Bitte beachten Sie, dass eine Bescheinigung mit Angaben über den Betrag, das Datum und den Betreff ausgestellt werden kann, diese jedoch NICHT die steuerrechtlich absetzbaren Quittungen ersetzt.
Die Spenden gehen über uns direkt an das Japanische Rote Kreuz.
Gerne können Sie den Betrag auch direkt auf das von den Japanischen Generalkonsulat errichtete Spendenkonto überweisen:
Empfänger: JAPAN.GENERALKONSLAT DSSD (GIENKIN)
Kontonummer: 221 567
Kreditinstitut: Bank of Tokyo Mitsubishi UFJ
BLZ: 300 107 00
Stichwort: Japan-Earthquake
Eine weitere Möglichkeit bietet Ihnen das Deusche Rote Kreuz. Sie können Ihre Spenden auf folgendes Konto überweisen:
Deutsches Rotes Kreuz
Spendenkonto: 41 41 41
Kreditinstitut: Bank für Sozialwirtschaft
BLZ: 370 205 00
Stichwort: Japan, Tsunami 2011
Auch hier werden die Beiträge an das Japanische Rote Keruz weitergeleitet.
Nähere Informationen finden Sie auf der Homepage des Detuschen Roten Kreuzes http://www.drk.de/
Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Mithilfe.
MITTEILUNG ZUM ERDBEBEN IN TÔHOKU / PAZIFISCHER OZEAN
Aus gegebenem Anlass möchte sich die Japan Foundation für die zahlreichen Bekundungen der Anteilnahme aus Deutschland und aller Welt angesichts des Erdbebens in Tôhoku / Pazifischer Ozean am 11. März 2011 ganz herzlich bedanken.
Die Menschen in Japan empfinden angesichts dieses aufrichtigen Mitgefühls sowie der angebotenen Hilfe Dankbarkeit und Trost. Wir haben die feste Absicht, die Schwierigkeiten zu überwinden, mit allen Menschen in Japan und weltweit zu kooperieren, beim Wiederaufbau im Katastrophengebiet zu helfen und uns weiterhin um eine Verbesserung des internationalen Austauschs und der internationalen Zusammenarbeit zu bemühen.
So werden wir auch im Japanischen Kulturinstitut Köln die Planung und Durchführung unserer verschiedenen Projekte fortsetzen. Unter dem Eindruck des aktuellen Erdbebens sind dabei allerdings einige Änderungen unumgänglich, für die wir um Ihr Verständnis bitten.
