Direkt zum Inhalt

Direkt zur Navigation

Japanisches Kultur Institut

100 JAHRE BEETHOVENS 9. SINFONIE IN JAPAN

Filmvorführung FEINDE | BRÜDER, Deutsche Kriegsgefangene in Japan

Freitag, 01. Juni 2018 | 19 Uhr

Aus dem Album von Renate Schäfer © Renate Bergner

nur Filmvorführung

Die Daiku, die 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven wird in keinem Land der Welt so häufig gespielt wie in Japan und der Liedtext der „Ode an die Freude“ ist weithin bekannt.

Weniger bekannt ist, dass in Japan die Uraufführung der Sinfonie am 1. Juni 1918 in dem japanischen Kriegsgefangenenlager Bandô stattfand. Während des Ersten Weltkriegs gerieten deutsche Truppen nach dem Fall von Tsingtau (chinesische Provinz unter deutschem Protektorat) in japanische Gefangenschaft und wurden an verschiedenen Orten Japans interniert. Im Süden Japans wurde in der Nähe des Ortes Bandô ein Lager für etwa 1.000 Gefangene errichtet. Heute befindet sich unweit davon das „Deutsche Haus Naruto". Das Lager ließ den Gefangenen gewisse Freiheiten, so dass sich ein vielfältiges Kulturleben entwickeln konnte, das den Austausch zwischen Deutschen und Japanern förderte. Aus Feinden wurden Brüder.

Die Regisseurin Brigitte Krause lässt in ihrem eindrucksvollen Dokumentarfilm (Deutschland 2014, 78 Minuten, dt. und jap. UT) mehrere Menschen aus Deutschland und Japan zu Wort kommen, die sich in sehr persönlicher Weise mit der historischen Vergangenheit auseinandergesetzt haben. Darüber hinaus machen umfangreiche Archivmaterialien aus der Zeit des Ersten Weltkriegs deutlich, wie untrennbar Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft als konstitutive Elemente der eigenen Identität wie auch der deutsch-japanischen Freundschaftsbeziehungen miteinander verbunden sind.