Direkt zum Inhalt

Direkt zur Navigation

Japanisches Kultur Institut

Newsletter

Immer gut informiert mit dem kostenlosen Newsletter des Japanischen Kulturinstitutes.

Hier anmelden

Japanisches Kulturinstitut

YAKISHIME
EARTH METAMORPHOSIS

Die Schönheit von unglasiertem japanischen Steinzeug

16. November 2018 bis 23. Februar 2019

Kaneshige Yûhô, Teeschale, 2015, BizenShimizu Mayumi, Schale und Becher, 2015,
farbiges durchscheinendes Porzellan

Eröffnung am Freitag, 16. November 2018 um 19 Uhr,
mit einem Vortrag von Annegret Bergmann, Freie Universität Berlin

Die japanische Keramik übt seit jeher in ihrer großen Vielfalt eine ungebrochene Faszination aus und wird nicht nur als Gebrauchsgegenstand, sondern auch als Sammlerobjekt und Kunstwerk hoch geschätzt. Über ganz Japan hinweg finden sich als „Öfen“ bezeichnete Werkstätten und Manufakturen, deren Produkte lokalspezifische Charakteristika aufweisen. Seit Jahrhunderten werden dort unter Verwendung verschiedener Herstellungstechniken alte Traditionen gepflegt und neue Stilrichtungen entwickelt.

Die im Jahr 2016 zusammengestellte Wanderausstellung der Japan Foundation ist der sogenannten Yakishime-Keramik gewidmet, die sich im japanischen Mittelalter etablierte und bis heute zahlreiche Töpfer in ihrem Schaffen beeinflusst hat. Der Begriff Yakishime bezeichnet Steinzeug mit natürlicher Ascheanflugglasur, das bei hohen Temperaturen zwischen 1.200 und 1.300 Grad Celsius gebrannt wird. Die Ausstellung zeigt insgesamt etwa 90 Exponate, darunter zwei Beispiele aus der Heian-Zeit (794-1185) und Momoyama-Zeit (1578-1600) sowie einzelne Werke aus den 1950er und 1960er Jahren. Der überwiegende Teil der Stücke stammt aus der Gegenwart und wurde in den vergangenen zehn Jahren geschaffen.

Iwai Mieko vom Panasonic Shiodome Museum in Tokyo hat die Ausstellung kuratiert und in vier Themenbereiche unterteilt: Im ersten Teil wird die Entwicklung des Yakishime erläutert, welche im fünften Jahrhundert einsetzte und einen ersten Höhepunkt als Sueki-Ware in der späten Heian-Zeit in den Töpferzentren von Bizen und Tokoname erfuhr.

Der zweite Teil beschäftigt sich mit der Beziehung von Yakishime-Waren und der Teezeremonie, denn während das Steinzeug zunächst noch weitgehend im Alltag verwendet wurde, änderte sich im 15. Jahrhundert mit der zunehmenden Bedeutung der Teezeremonie seine Funktion. Den ästhetischen Ansprüchen des verfeinerten Rituals entsprechend wurden Vasen oder auch Wasserbehältnisse in Form und Gestaltung modifiziert und in den Status von Teegerät erhoben.

Im dritten Teil wird Yakishime in der japanischen Küche (Washoku) thematisiert, die im Dezember 2013 in die Liste der Immateriellen Kulturgüter der UNESCO aufgenommen wurde. Als Begründung führte die Kommission unter anderem an, dass die japanische Küche nicht nur bei der Wahl der Nahrungsmittel, sondern auch bei deren Präsentation einen ausgeprägten Sinn für die Schönheit der Natur und den Wechsel der Jahreszeiten unter Beweis stelle. So wird auch Yakishime-Keramik als Geschirr zum Servieren von Washoku verwendet.

Schließlich werden im letzten Teil der Ausstellung Arbeiten gezeigt, die von zeitgenössischen Töpfern als Kunstobjekte geschaffen wurden und durch eindrucksvolle Kreativität und handwerkliche Meisterschaft überzeugen.

Das Japanische Kulturinstitut Köln ist die einzige Ausstellungsstation in Deutschland.

Mit freundlicher Unterstützung durch das Museum Schnütgen.