DER 100. GEBURTSTAG DER SCHAUSPIELLEGENDE MIFUNE TOSHIRÔ (1920-1997)

Wir gratulieren

Geplant für Herbst/Winter 2020

Links: MIFUNE Toshiro mit Tora-san
Tora-san geht nach Norden © 1987 SHOCHIKU

Am 1. April 2020 würde MIFUNE Toshirô, einer der größten Stars des japanischen Kinos, seinen 100. Geburtstag feiern. Wir werfen einen kurzen Blick auf sein Leben als Charakterdarsteller und möchten Sie gleichzeitig auf eine Filmreihe im Japanischen Kulturinstitut aufmerksam machen, die für die zweite Jahreshälfte geplant ist und seine Leistung ausführlich würdigen soll.

Mifune wurde am 1. April 1920 in Tsingtao in der Republik China als erstes Kind eines Fotostudio-Besitzers geboren. Nach dem Ende des Krieges bewarb er sich zunächst erfolglos als Kameramann bei den Toho-Filmstudios, hinterließ jedoch beim Vorsprechen als Nachwuchsschauspieler Eindruck bei einem Mitglied des Auswahlgremiums und gab 1947 sein Debut als Schauspieler in dem Film „Snow Trail“ (Ginrei no hate) von Regisseur Taniguchi Senkichi.

Den Grundstein für die nun folgende steile Karriere legte er 1948 mit seiner Rolle als lungenkranker Gangster in „Drunken Angel“ (Yoidore tenshi). Dieser filmische Meilenstein war zugleich seine erste Zusammenarbeit mit Meisterregisseur KUROSAWA Akira, der ihn fortan in insgesamt 16 seiner Filme als Hauptdarsteller einsetzte und mit dem er bis zum Jahr 1965 freundschaftlich verbunden war. Internationale Anerkennung erlangte Mifune in Kurosawas Meisterwerk „Rashomon“ (Rashômon), das 1951 beim Filmfestival von Venedig mit dem „Goldenen Löwen“ sowie im Jahr darauf mit dem „Oscar“ für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet wurde.

Es folgten beeindruckende Hauptrollen in den Filmen von Kurosawa, in denen Mifune seine schauspielerische Vielseitigkeit unter Beweis stellen konnte. Er brillierte nicht nur als Samurai in „Seven Samurai“ (Shichinin no Samurai, 1954) oder „Yojimbo“ (Yôjinbô, 1961), sondern auch als Dieb in „The Lower Depths“ (Donzoku, 1957), als unbezwingbarer General in „The Hidden Fortress“ (Kakushi toride no san akunin, 1958) und als Chefarzt eines Armenhospitals in „Red Beard“ (Akahige, 1965), für dessen Darstellung er den „Goldenen Löwen“ der Internationalen Filmfestspiele von Venedig erhielt.

In all seinen Filmen verkörperte Mifune einen männlichen Schauspielertypus, der starke Protagonisten mit großer Präsenz auf die Leinwand brachte, die sich jedoch niemals verliebten. So hat Mifune in den zahllosen Filmen, in denen er mitwirkte, bemerkenswerterweise nur einige wenige Liebesszenen gespielt.

1962 hat Mifune seine eigene Produktionsfirma „Mifune Productions“ gegründet und ein Jahr später bei „The Legacy of the 500,000“ (Gojûmannin no isan) auch erstmals Regie geführt.

Nach dem persönlichen Bruch mit KUROSAWA Akira trat Mifune auch als Filmproduzent in Erscheinung und wirkte – trotz verbesserungswürdiger Englischkenntnisse – bei internationalen Produktionen unter Starbesetzung mit, darunter in John Frankenheimers „Grand Prix“ (1966), John Boormans „Hell in the Pacific“ (1968) mit Lee Marvin als Counterpart und 1971 in „Soleil Rouge“ von Terence Young, mit Alain Delon und Charles Bronson oder auch in „Midway“ mit Charlton Heston und Henry Fonda (Regie: Jack Smight, 1976). In Deutschland wurde er einem größeren Publikum mit seiner Rolle als Fürst Toranaga in der US-amerikanischen Fernsehserie „Shogun“ (1980, Regie: Jerry London) bekannt.

Schließlich spielte Mifune auch in verschiedenen japanischen Fernsehserien und gründete 1981 das Mifune geijutsu gakuin, eine Ausbildungsstätte für Schauspieler, Schauspielerinnen und Talente. Für seine herausragenden darstellerischen Leistungen wurde er mit zahlreichen japanischen und internationalen Preisen geehrt.

Mifune Toshirô vestarb am 24.12.1997 im Alter von 77 Jahren in Tokyo.

Für den Herbst/Winter 2020 ist eine Filmreihe mit Filmen von MIFUNE Toshirô geplant. Der genaue Termin wird noch auf unserer Homepage bekanntgegeben.

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