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Japanisches Kultur Institut

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Japanisches Kulturinstitut

CONTESTED GROUNDS:
DIE FILME VON SHINSUKE OGAWA UND DER OGAWA PRO

im Kino Arsenal, Potsdamer Straße 2, Berlin

04. Juni bis 29. Juni 2019

Manzan Benigaki, 1984/2001

In der Geschichte des Films ist das Kollektiv um den Japaner Shinsuke Ogawa (1936–1992), kurz Ogawa Pro genannt, einzigartig: Über 25 Jahre lang lebten und arbeiteten die Kollektivmitglieder gemeinsam und schufen in der Zeit ein Werk, das seinesgleichen sucht, von politischem Widerstand ebenso erzählt wie von Traditionen in abgelegenen Bergdörfern.

Sein erstes wichtiges Betätigungsfeld fand Ogawa, der in den 60er Jahren schon einige Filme über die japanische Studentenbewegung gedreht hatte, in Sanrizuka nahe Tokio, wo die japanische Regierung 1966 den Bau des Narita International Airports plante, für den zahlreiche Bauernfamilien ihr Land aufgeben und umgesiedelt werden sollten. Den darauf folgenden, über mehrere Jahre andauernden Protesten schloss sich ebenso wie viele linke Aktivist*innen das Kollektiv an, das den Kampf in mehreren Filmen begleitete und so politisches und filmisches Engagement ineinander übergehen ließ. Diese alternative Art des Filmemachens setzte sich in der Distribution fort. In ganz Japan organisierten eigens gegründete Komitees Vorführungen der Filme und schufen so ein Unterstützernetz.

Nach mehreren Jahren des Zusammenlebens mit den Bäuerinnen und Bauern verschob sich der Fokus der Filmproduktion und entstand der Wunsch nach einer profunderen Auseinandersetzung mit der ländlichen Realität. In der Zähigkeit des bäuerlichen Lebens, der Verwurzelung mit dem Land und -ihrer oft wiederständischen Geschichte sah Ogawa den Ursprung des hartnäckigen Widerstandes, mit dem gegen staatliche Autoritäten gekämpft wurde. Die Ogawa Pro zog in ein Dorf in der Präfektur Yamagata im nördlichen Japan, wo sie sich mit enormer Sorgfalt erst der Landwirtschaft, insbesondere dem Reisanbau, widmeten. Die in Yamagata gedrehten Filme, Dokumente einer im Verschwinden begriffenen Kultur, entstanden erst nach einigen Jahren des gemeinsamen Lebens – eine gleichsam „organische“ Art des Filmemachens, die eine besondere Form der Beziehung zwischen Filmenden und Gefilmten voraussetzt. Diese Arbeitsweise war nicht ohne Widersprüche: Der grenzenlose persönliche Einsatz verunmöglichte nicht nur finanzielle Sicherheiten, und mit der Fokussierung auf die charismatische Persönlichkeit Ogawas blieb den meisten Mitgliedern eine eigene künstlerische Praxis verwehrt. Das Kino Arsenal zeigt sieben Filme der Ogawa Pro zusammen mit Filmen, die sich mit dem Kollektiv beschäftigen.

Veranstaltungsort
Kino Arsenal
Institut für Film und Videokunst e.V.
Potsdamer Straße 2
10785 Berlin
Telefon: +49-30-26955-100

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Kino Arsenal.

In Zusammenarbeit mit dem Japanischen Kulturinstitut (The Japan Foundation)