JAPAN UND DER KOSMOS

Die Erforschung des Kosmos aus japanischer Sicht

Samstag, 7. September 2019 | 14 - 17 Uhr

Dem Bereich der Grundlagenforschung kommt in Japan ein hoher Stellenwert zu und sie wird intensiv gefördert und international vernetzt betrieben. Im Westen wird dies einer breiteren Öffentlichkeit bewusst, wenn ein Nobelpreis in den Naturwissenschaften oder der Medizin an japanische Forscher verliehen wird oder eine der international renommierten Forschungseinrichtungen durch eine spektakuläre Entdeckung oder Entwicklung hervortritt.

In der heutigen Veranstaltung soll mit zwei Vorträgen prominenter und derzeit in Deutschland tätiger Forscher ein Beispiel aus den Bereichen Kosmologie und Astronomie gegeben werden.

Vortrag
Anfang und Ende des Universums
von Professor Dr. KOMATSU Eiichirô, Direktor am Max-Planck-Institut für Astrophysik, Garching, Bereich Physikalische Kosmologie

Der Vortrag thematisiert ganz grundsätzliche Fragen zum Verständnis des Universums. Wo und wie nahm es seinen Anfang und wie sieht die Zukunft in seiner sich beschleunigenden Expansion aus? Wird es irgendwann aufhören zu existieren? Diese Fragen versucht Professor KOMATSU auf der Grundlage neuester Erkenntnisse zu beantworten und gewährt damit zugleich einen Einblick in die Arbeit der Astronomen.

Vortrag
Japan und astronomische Beobachtungen
von Professor Dr. HAYASHI Masahiko, Direktor JSPS Bonn Office, ehemaliger Generaldirektor des National Astronomical Observatory of Japan

Der Vortrag stellt exemplarisch aktuelle astronomische Projekte vor und wird von zahlreichen Aufnahmen des Kosmos begleitet, die vom National Astronomical Observatory of Japan mit dem Subaru Teleskop gemacht wurden, als Professor HAYASHI es als Generaldirektor leitete. Darüber hinaus wird er auch auf den Wandel in der Vorstellung vom Universum in Japan eingehen, indem er auf die Anfänge im 7. Jahrhundert zurückkommt, als in Form des Amts für Kalender und Himmelskunde (Onyôryô) das erste National Astronomical Observatory of Japan eingerichtet wurde und später Himmelsphänomene in zentralen Werken der klassischen Literatur wie dem Kopfkissenbuch (makura no sôshi) von Sei Shonagon oder den „Aufzeichnungen des hellen Mondes“ (meigetsuki) von Fujiwara no Teika beschrieben wurden.