JAPANISCHES FILMSCHAFFEN IN DER NACHKRIEGSZEIT

Eine kritische Betrachtung

Freitag, 6. Dezember 2019 | 19 Uhr

Kono sekai no katasumi ni
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SHIBUTANI Tetsuya

Vortrag von Prof. Dr. SHIBUTANI Tetsuya, Tokyo International University

Der Begleitvortrag zu der Filmreihe mit Highlights aus 50 Jahren Filmgeschichte (siehe hier) untersucht die Besonderheiten des japanischen Filmschaffens.

Sowohl in Deutschland als auch in Japan stand die Filmproduktion nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zeitweilig unter der Kontrolle der Alliierten und erreichte erst in den 1960er und 70er Jahren wieder ihr „goldenes Zeitalter“. Vergleicht man die Entwicklung genauer, so lassen sich große Unterschiede feststellen, meint Prof. Shibutani. Bei dem „Neuen Deutschen Film“ in Deutschland war das Thema „Aufarbeitung der Vergangenheit“ nicht wegzudenken, wovon man jedoch bei den repräsentativen japanischen Meisterstücken von damals wie von KUROSAWA Akira, MIZOGUCHI Kenji oder OZU Yasujirô nur begrenzt sprechen kann. Zwar gab es auch in Japan durchaus gesellschaftskritische Filme wie von ÔSHIMA Nagisa oder von der „Wakamatsu-Produktion“. Trotzdem lässt sich feststellen, dass das Thema der Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit generell weniger im Vordergrund steht. Der Vortrag zeigt anhand von Beispielen, in welcher Weise im kommerziellen japanischen Kino die kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit doch thematisiert wird. Dabei wird nicht nur auf die Anime-Kassenschlager von MIYAZAKI Hayao, sondern auch auf experimentelle Animationsfilme von TEZUKA Osamu und Titel aus der aktuellen Filmreihe eingegangen.

Professor Dr. SHIBUTANI (*1965) ist Germanist und Filmwissenschaftler und hat zahlreiche Publikationen u.a. zu deutschen Filmen und Regisseuren, vor allem zu Rainer Werner Fassbinder, verfasst.