JENSEITS DER GROßEN WELLE VOR KANAGAWA

Höhepunkte japanischer Druckkunst vom achten bis 21. Jahrhundert

Freitag, 20. September 2019 | 19 Uhr

Utagawa Hiroshige,
Der Pflaumengarten von Kamata
Lee Ufan, Port of Call 1

Vortrag von Professor Dr. Melanie Trede, Universität Heidelberg

Welche/-r Kunstliebhaber/-in kennt nicht Hokusais "Große Welle vor Kanagawa" oder Hiroshiges „Hundert Ansichten von Edo“? Seit dem späten 19. Jahrhundert eroberte der japanische Farbholzschnitt wie auch illustrierte pornografische Bücher ganz Europa, die USA und weit darüber hinaus. Gerade jetzt werden wieder Rekordsummen für einen der begehrten frühen Drucke der Welle erzielt.

Doch wann und warum entsteht die Kulturtechnik des Druckens in Japan, und wie ist ihre Beziehung zum Handgefertigten, zur Handschriftlichkeit? Welche Text- und Bildthemen werden zu welchem Zeitpunkt und warum in welchen Materialitäten aufgegriffen? Wie “japanisch” sind die Einblattholzschnitte eigentlich? Spielen Auseinandersetzungen mit Bildlichkeit jenseits der Küsten Japans eine Rolle?

Anlässlich der laufenden Ausstellung „Japanische Druckkunst in den 1970er Jahren – Photographische Bilder und der Blick auf die Dinge“ (siehe hier) stellt sich schließlich auch die Frage: was kommt nach der Großen Welle, nach dem Zweiten Weltkrieg?

Dieser reich bebilderte Vortrag versucht einige Antworten auf diese Fragen zu bieten und führt schlaglichtartig durch 13 Jahrhunderte an Kreativität und Kommerz, Technik und Raffinesse. 

Leider ist uns in der gedruckten Variante des Monatsprogramms ein Fehler unterlaufen. Das berühmte Werk von Hokusai heißt natürlich richtig "Die große Welle vor Kanagawa".