POLITISCHE FÜHRUNG JAPANISCHER ART IM VERGLEICH MIT DER DEUTSCHEN SITUATION

Vortrag

Dienstag, 17. März 2020 | 19 Uhr

Anlässlich der Verleihung des Philipp Franz von Siebold-Preises am 17.11.2016

von Professor Dr. KAWASAKI Takeshi, Sophia Universität Tokio

Lange Zeit ist die Art und Weise der politischen Führung in Japan wegen ihrer Schwäche als problematisch betrachtet worden. Das Image, dass starke Verwaltungsorganisationen der Ministerialbürokratie den oft wechselnden und eher wahlkreisorientierten Politikern und Ministern gegenüberstehen, herrscht zwar immer noch vor, doch seit den 90er Jahren haben die Japaner versucht, durch verschiedene Reformen ihre politische Führungskraft zu stärken. In der langen Regierungszeit unter Premierminister Abe seit 2012 wurde die politische Kontrollmacht gegenüber der Bürokratie wesentlich verstärkt, was aber auch andere Probleme hervorgebracht hat.

In seinem Vortrag skizziert Professor Kawasaki zuerst die Grundlage des politischen Führungssystems in Japan. Anschließend wird er verschiedene Reformvorschläge seit den 90er Jahren, ihre Ergebnisse und Probleme vorstellen, welche er fallweise mit den Verhältnissen in Deutschland vergleicht.

Professor Kawasaki ist derzeit Gastforscher an der Humboldt-Universität zu Berlin. Im Jahr 2016 war er Träger des Philipp Franz von Siebold-Preises. Er lehrt an der Sophia Universität das Fach Politikwissenschaften. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf dem Feld der Parteienpolitik in Deutschland und dem Rekrutierungs- und Aufstiegssystem im deutschen Bundestag.